Würzburg-Test: Berggreen sichert Remis

Jörg Schneider. Würzburg.
Die bekannten Probleme, die schon zuletzt in der Bundesliga in Stuttgart auffällig waren, kosteten den FSV Mainz 05 nun auch einen Sieg im Länderspielpausen-Testspiel. Emil Berggreen sicherte der Mannschaft von Sandro Schwarz mit einem Kopfballtor kurz vor dem Ende wenigstens das 2:2-Unentschieden beim Drittligisten Würzburger Kickers. Der 05-Trainer bemängelte nachher die vielen einfachen Ballverluste und das mangelnde Durchsetzungsvermögen seiner Offensive in den Umschaltaktionen.

Würzburger Kickers - Mainz 05 2:2 (2:1)

Freitag, 1. September 2017, 907 Zuschauer.

FSV Mainz 05: Zentner (46. Fl. Müller) - Gbamin (46. Breitenbach), Frei, Bell (61. Scheithauer) - Donati, Latza (46. Rodríguez), Klement, Brosinski (46. Berggreen) - de Blasis, Quaison, Holtmann.

Tore: 1:0 F. Müller (27.), 1:1 Brosinski (34.), 2:1 Mast (44.), 2:2 Berggreen (86.).

Trotz aller guten Vorsätze und spürbarem Willen zur Verbesserung lassen sich die Probleme im Spiel des FSV Mainz 05 offenbar nicht von heute auf morgen beheben. Zumal beim Testspiel zum Abschluss der ersten Woche in der Länderspielpause acht Nationalspieler nicht dabei waren und auch Niko Bungert sowie Karim Onisiwo wegen muskulärer Schwierigkeiten nicht mit an Bord waren. Das Team von Sandro Schwarz musste sich am Freitagabend mit einem 2:2 beim Drittligisten Würzburger Kickers zufrieden geben. In einer Partie vor 907 Zuschauern in der Flyer Alarm Arena, in der von der Chancenverteilung her sowohl eine Niederlage als auch ein Sieg für den Bundesligisten drin war.

„Die gute Nachricht ist, dass wir zwei Tore erzielt haben“, sagte der 05-Trainer nachher mit einer Portion Ironie. „Die vielleicht noch bessere Nachricht ist, dass wir zweimal einen Rückstand zu einem Unentschieden gemacht haben.“ Zufrieden damit konnte der 38-Jährige dennoch nicht sein. Denn die bekannten Probleme tauchten nach einer dominanten Anfangsphase auch gegen den Drittligisten massiv auf: Zu viele leichtfertig verlorene Bälle. Zu wenig Durchsetzungsvermögen im letzten Drittel des Offensivspiels. Ähnlich wie beim 0:1 in der Bundesliga beim VfB Stuttgart am vergangenen Wochenende. „Wir hatten mit den einfachen Ballverlusten unsere Probleme. Das zweite Tor war symptomatisch.  Wir sind in der Umschaltung und können was nach vorne ausspielen, ziehen es aber nicht richtig durch. Und im Gegenkonter zu unserem Konter fällt so das 2:1 für den Gegner“, kritisierte Schwarz. „Ansonsten war das zu Beginn der ersten Halbzeit sehr ordentlich. Wir sind oft gut in den Strafraum gekommen. Mit einem Kopfball nach einer Ecke von Philipp Klement sicherte Emil Berggreen den 05ern das Unentschieden in Würzburg. Foto: René VigneronGerade über die linke Seite mit Daniel Brosinski. Das sah gefällig aus.“ Brosinski war es dann auch, der einen Sololauf über links mit einer guten Aktion zum 1:1-Ausgleich abschloss und die Würzburger Führung durch den Ex-05er Felix Müller aus der 25. Minute ausglich. Philipp Klement, Pablo De Blasis und Stefan Bell scheiterten mit weiteren Möglichkeiten. Die Würzburger hatten ebenfalls genügend Torchancen zur Führung, nutzten aber nur den Konter über Dennis Mast zum 2:1 kurz vor der Pause.

„In der zweiten Halbzeit war es dann sehr wild so ab der 60. Minute. Wir haben aber Mentalität gezeigt, wir wollten und haben dennoch wieder einfache Fehler gemacht. Immerhin haben wir hinten raus mit einer Standardsituation das 2:2 gemacht.“ Emil Berggreen köpfte nach einer Klement-Ecke den Ball unter die Latte und hätte kurz drauf sogar den Siegtreffer erzielen können, traf aber nur das Außennetz. „Dass Emil ein Tor gemacht hat, gibt ihm ein gutes Gefühl. Er braucht jetzt mehr Spielpraxis. Wir denken darüber nach, dass er sich  eventuell über U23-Einsätze herantastet“, erklärte der Trainer, der in Würzburg erneut eine offensive  Dreierkette stellte, die defensiv zur Fünferkette wurde mit den zwei hoch stehenden Außenverteidigern Giulio Donati und Daniel Brosinski. Jean-Philipp Gbamin bildete zusammen mit Fabian Frei und Stefan Bell zunächst diese Dreierreihe. „Diese 45 Minuten waren wichtig für Gbamin. Du siehst schon die Präsenz, seine Ausstrahlung und die körperliche Robustheit, wenn er auf dem Platz steht“, sagte Schwarz, der den Franzosen gerne bis zum Heimspiel gegen Bayer Leverkusen auf Bundesliga-Niveau hätte.

An der Abwehrkette hat die defensive Anfälligkeit der 05er gegen den Drittligisten nicht in erster Linie gelegen. Der Trainer führte dafür andere Ursachen an. „Die Dreierkette oder Fünferkette war nicht das Problem, sondern die einfachen Ballverluste im Umschaltverhalten, die wir nicht vermieden haben. Da müssen wir uns einfach verbessern. Unser Hauptthema bleibt jedoch das Durchsetzungsvermögen im letzten Drittel. Da müssen wir mehr um Bälle fighten und uns besser durchsetzen.“

 

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