Tore schießen ausdrücklich erlaubt

Jörg Schneider. Mainz.
Die Trainingsverletzung von Stefan Bell hat sich als nicht gravierend erwiesen. Der Kapitän des FSV Mainz 05 wird am Samstag im Heimspiel gegen den Hamburger SV wieder in der Startelf stehen. Im Falle von Karim Onisiwo, der sich diese Woche die Schulter ausgekugelt hat, rechnen die 05er allerdings mit einem längeren Ausfall. Robin Quaison, zweifacher Torschütze im Sandhausen-Test, könnte im Duell der beiden punktgleichen Bundesligateams als Mittelstürmer beginnen, falls Yoshinori Muto aufgrund der Reise- und Länderspielstrapazen nur für eine Jokerrolle in Frage kommt. Der 05-Trainer will erst nach den ausstehenden Trainingseinheiten eine Entscheidung fällen, was die Aufstellung angeht.

Stefan Bell hat seine Trainingsverletzung überwunden und ist am Samstag gegen den HSV wieder dabei. Wie die 05-Ausstellung genau aussehen wird, entscheidet sich in den noch ausstehenden Trainingseinheiten. Foto: Ekkie VeyhelmannDie gute Nachricht hinsichtlich der Personalsituation beim FSV Mainz 05 vor dem Heimspiel am Samstag gegen den Hamburger SV, ist die, dass der Einsatz von Stefan Bell derzeit nicht fraglich ist. Der 05-Kapitän hatte am Dienstag vorzeitig das Training abbrechen müssen nach einem schmerzhaften Schlag aufs Knie in einer intensiven Zweikampf-Übung. Bell habe jedoch seit Mittwoch wieder trainieren können. „Er steht definitiv zur Verfügung und wird auch auf dem Platz stehen“, bestätigte Sandro Schwarz in der Spieltags-Pressekonferenz am Donnerstag. Die schlechten Nachrichten am Bruchweg betreffen Karim Onisiwo und Alexander Hack. Onisiwo hatte sich bekanntlich beim Trainingsunfall die Schulter ausgekugelt, die in der Uni-Klinik wieder eingerenkt worden war. Die damit verbundenen Schäden an der Schulter sind jedoch offenbar so groß, dass dem Österreicher eine längere Pause droht.

„Wir haben mit Karim darüber gesprochen. Es ist bitter für uns als Mannschaft und natürlich für ihn als Spieler. Wir geben ihm die Zeit und die Unterstützung im Reha-Training und in der Aufbauphase wieder fit zu werden. Wir müssen aber schon davon ausgehen, dass es ein langfristiger Ausfall ist. Eine Prognose fällt allerdings im Moment schwer“, so der 05-Trainer. „Da müssen nun die Spezialisten draufschauen. Vielleicht wissen wir nächste Woche mehr.“ Alexander Hack, der gerade erst nach einer langwierigen Bänderverletzung ins Mannschaftstraining des Bundesligisten zurückgekehrt war, hat sich im Training nun einen Muskelfaserriss zugezogen und fällt damit erneut für eine gewisse Zeit aus.

Ansonsten ist der 05-Kader wieder komplett und fürs Heimspiel gut aufgestellt. Am Mittwochabend sind auch die letzten noch abwesenden Nationalspieler am Bruchweg eingetrudelt und werden sich heute im Training präsentieren. „Wir werden sehen, in welchem Zustand sie sind, die Trainingseindrücke sammeln und Gespräche mit den Spielern führen“, sagt Schwarz. Normalerweise rechnet der 05-Trainer damit, dass Yoshinori Muto, Fabian Frei, Kenan Kodro oder Abdou Diallo gegen den HSV zum Kader gehören. Doch vor allem der Japaner hatte eine extrem strapaziöse Reise. Da muss Schwarz entscheiden, ob Muto ein Kandidat für die Startelf ist oder eher eine Jokerrolle einnimmt. „Das werden wir besprechen, wie sie sich fühlen, was fürs Spiel geht.“

Quaison hat sich aufgedrängt

Als mögliche Alternative auf der Mittelstürmer-Position hat sich Robin Quaison aufgedrängt. Der Schwede erzielte im Testspiel gegen den SV Sandhausen in der Länderspielpause beide Tore zum 2:1-Sieg und trifft auch im Training regelmäßig. „Robin hat die Zeit sehr gut genutzt und sich gut präsentiert. Dementsprechend ist er eine klare Alternative zu Muto auf der Neuner-Position. Kenan Kodro ebenfalls. Wir werden die richtige Auswahl treffen, auch wie wir wechseln wollen im Spiel. Aber beide sind Optionen“, betont Schwarz. Das gilt natürlich auch für Danny Latza, der beste Erinnerungen hat an den kommenden Gegner. Vor einem Jahr gelang dem Sechser ein Hattrick zum 3:1-Sieg zu Hause gegen die Hamburger nach einem 0:1-Rückstand. „Ich habe Danny ganz kurz im Training daran erinnert, dass es wieder erlaubt ist, Tore zu schießen gegen den HSV“, sagt Schwarz. „Ich denke, er wird sich gerne daran erinnern und das gute Gefühl, das er hat, werden wir mit reinpacken am Samstag ins Spiel.“

Es ist das Duell zweier punktgleicher Teams mit sieben Zählern auf dem Konto. Die Hanseaten haben nach einem guten Start mit zwei Siegen gegen den FC Augsburg (1:0) und in Köln (3:1) zuletzt nicht mehr viel zustande  gebracht, nach vier Niederlagen hintereinander zuletzt ein 0:0 gegen Werder Bremen geholt. Auffällig vor allem die Angriffsmisere mit null Toren aus den letzten fünf Spielen. Das Team von Trainer Markus Gisdol gilt dennoch als gute Umschaltmannschaft, die aus einem engen Defensivverbund heraus versucht, mit schnellen Gegenstößen zum Erfolg zu kommen.

Der 05-Trainer hat noch nicht entschieden, welche Grundaufstellung er dagegen setzt. Ob Schwarz zur Viererkette zurückkehrt oder weiterhin mit der zuletzt gut funktionierenden Dreier-Fünfer-Variante agiert. Klar dürfte sein, dass die 05er aus eigenem Ballbesitz heraus das Spiel aufziehen müssen. „Für uns ist wichtig, das Gesamtpaket HSV zu sehen. Für uns geht es verstärkt darum, im eigenen Ballbesitz leichte Ballverluste zu vermeiden, dabei gut in der Restverteidigung zu stehen“, sagt Schwarz. „Ich finde, dass wir schon sehr gute Phasen im Ballbesitz hatten zuletzt. Es wird wichtig sein am Samstag, dass wir aus den einzelnen Phasen heraus ein gesundes Verhältnis entwickeln zwischen Wollen und Geduld. Nicht aus der Ungeduld heraus hektisch zu agieren, trotz allem aber das Tempo zu haben, zielstrebig in die Box rein zu spielen, Leute mitzunehmen nach vorne, Torgefahr zu entwickeln. Wir wollen dominant auftreten, bestimmend sein und dabei nie die Arbeit gegen den Ball und das Pressing vernachlässigen“, erklärt der 38-Jährige.

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